MRT Prostata

Verfahren

 

MRT-Untersuchung mit MTRA

MRT-Untersuchung

Die multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata (mp-MRT) ist eine MRT-Spezialuntersuchung, bei der gezielt die Prostata dargestellt wird.

Mit unserem hochmodernen 3-Tesla-Hochfeld-MRT-System sind wir in der Lage, ein neuartiges, genaues und strahlungsfreies bildgebendes Verfahren zur Prostata-Diagnostik anbieten zu können. Es kombiniert hochauflösende anatomische Bilder mit Diffusionsbildgebung (DWI) und Perfusionsbildgebung (DCE).

Diese Untersuchung liefert wichtige Informationen über den genauen Ort und die Ausbreitung eines Tumors sowie dessen Aggressivität.

Zu den geeigneten Indikationen einer mp-Prostata-MRT zählen:

  • Verdacht auf ein Prostatakarzinom bei Patienten mit auffälligem oder ansteigendem PSA-Wert (Tumormarker) und ggf. vorhergehend negativer Gewebeprobe (Biopsie)
  • Festlegung des Ortes einer gezielten Gewebeprobe bei tumorverdächtigem Befund
  • Früherkennung bei Patienten mit erhöhtem familiären Risiko
  • Aktive Überwachung einer Tumorentwicklung („Active Surveillance“)

Vorteile der 3 Tesla mp-MRT Prostata

  • schnelle (25-30 min) und schonende Untersuchung (keine Endorektalspule)
  • sehr hohe Bildqualität
  • kein Einsatz von Röntgenstrahlung
  • mehr Klarheit bei der Abklärung eines erhöhtem PSA-Wertes

Informationen zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen:

Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten der mp-MRT Prostata üblicherweise in voller Höhe.

Die mp-MRT der Prostata ist derzeit im EBM (Gebührenordnung für gesetzliche Krankenkassen) nicht abgebildet und damit gegenüber gesetzlich Versicherten nicht auf Chipkarte und Überweisung abrechenbar. Es besteht für den Patienten jedoch die Möglichkeit, bei der Krankenkasse eine Kostenerstattung im Rahmen einer Einzelfallentscheidung gem. § 13 SGB V zu beantragen.

Die Behandlung ist nach ärztlicher Rücksprache im Indikationsfall auch auf Selbstzahlerbasis im Rahmen einer individuellen Gesundheitsleistung (IGel) jederzeit möglich.

Wichtig: Eine mp-MRT der Prostata sollte nicht in den ersten 6 Wochen nach einer Prostatabiopsie durchgeführt werden, da mögliche Einblutungen eine eindeutige Beurteilung erschweren.

 

Vorbereitung

 

Vorbereitung zu Hause

Vor einer mp-MRT der Prostata sollten Sie zwei Stunden lang nichts essen.

Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit

Für ein mp-MRT der Prostata ist die Gabe eines Medikaments zur Verminderung von Darmbewegungen erforderlich. Ihre Fahrtauglichkeit ist danach für 2 Stunden beeinträchtigt.

Mitzubringen sind:

  • ein Handtuch
  • ein Oberteil (T-Shirt) ohne Metallteile, z.B. Applikationen
  • ggf. bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse (Bildgebung, klinische Untersuchungen, OP- oder Entlassungsberichte, PSA-Wert)

Kontrastmittel

In Abhängigkeit von der ärztlichen Indikationsstellung ist die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich, so können wichtige Zusatzinformationen für die Diagnose erlangt werden. Die verwendeten Kontrastmittel sind sehr gut verträglich und werden innerhalb von 24 Stunden wieder aus dem Körper ausgeschieden. Allergische Reaktionen treten sehr selten auf.

Ist bei Ihnen eine Nierenfunktionsstörung bekannt, benötigen wir für eine mögliche Kontrastmittelgabe den Blutwert Kreatinin. Wurde dieser bereits bestimmt, bringen Sie das Ergebnis bitte mit.

Platzangst

Wenn Sie an Klaustrophobie (umgangssprachlich: Platzangst) leiden, weisen Sie uns bitte darauf hin. Es ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, Ihnen ein Beruhigungsmittel zu verabreichen.

Durchführung

 

Vor der MRT-Untersuchung müssen Sie alle beweglichen Metallteile an Körper und Kleidung ablegen, da Sie in einem starken Magnetfeld untersucht werden. Sie werden bequem in Rückenlage auf dem Untersuchungstisch gelagert und erhalten einen venösen Zugang in eine Armvene für die Gabe von Kontrastmittel und evtl. zusätzlichen Medikamenten. Durch den Einsatz unseres modernen 3-T-Hochfeld-MRT kann auf eine Endorektal-Meßspule im Enddarm verzichtet werden.

Sie werden anschließend automatisch mit der Patientenliege zum Ort der Datenaufnahme in den Magnetresonanztomographen gebracht. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 70 cm. Am Gerät selbst wird nichts verschlossen, es ist in Kopf- und Fußrichtung offen. Zum Schutz vor den sehr lauten Klopfgeräuschen, die Sie während der Untersuchung hören werden, erhalten Sie einen Schallschutzkopfhörer.

Während der Untersuchung ist es besonders wichtig, absolut ruhig zu liegen. Selbst kleinste Bewegungen (z.B. starkes Schlucken, Husten o.ä.) sind ausreichend, um Messergebnisse nicht auswerten zu können. Bitte folgen Sie den Anweisungen genau, da diese für die Bildqualität von großer Bedeutung sind. Für die einzelnen Messungen erhalten Sie Atemkommandos.

Sollten Sie während der Untersuchung starke Angstzustände (z.B. Platzangst) bekommen oder falls andere unvorhergesehene Ereignisse eintreten, können Sie das Personal jederzeit über einen Klingelball informieren. Diesen halten Sie während der gesamten Untersuchung in der Hand.

Nach etwa 25-30 Minuten ist die Untersuchung beendet. Meist können Sie unsere Praxis dann gleich wieder verlassen.

Ein detaillierter Bericht mit den Untersuchungsergebnissen wird Ihrem überweisenden Arzt zugestellt. Dieser erreicht Ihren Arzt meist innerhalb von einer Woche, bei medizinischer Notwendigkeit auch kurzfristig am selben oder darauf folgenden Tag.